Sonnenschein Café

Angefangen hat alles im März letzten Jahres in einer eisigen Kältewoche.
Gülay und ich saßen bei ihr in der Küche tranken Tee. Uns ging es grade gut. Alles was wir brauchten war ein warmer Raum und ein heißes Getränk. Wir wollten etwas tun.

Sie hängte sich rein und besorgte in kürzester Zeit einem Raum in der Sternschanze.

Ein warmer Raum. Es klingt so simpel aber viele Menschen finden nicht einmal das bei minusgraden im Winter. Dabei spielt es keine Rolle ob tagsüber oder nachts. Manchmal bleibt einem trotzdem nur laufen.

Sonntag ist der schwierigste Tag auf der Straße. Da geht nicht viel. Wenig Geschäfte offen, kaum Läden die Pfand annehmen. Es gibt kaum Orte wo man sich in Ruhe aufhalten kann. Viele Einrichtungen haben nicht geöffnet und die Türen bleiben zu.

Der befreundete clubkinder e.V. und heutiger Teil von GoBanyo hat die Idee gepostet und in den nächsten Tagen gingen hunderte Anfragen ein. So viele Menschen wollten helfen und spenden. Wir haben eine Kaffeemaschine ausgeliehen bekommen. Andere wollten backen und kochen, so dass wir bis heute immer einen reich gedeckten Tisch mit leckersten Essen haben, das mit Liebe gemacht wurde.

Ich erinnere mich auch an die Zwei Jungs die Ihre Platte am Hafen haben. Ihre Zelte waren voll Wasser schimpften sie, alles nass. Hier konnten sie sich umziehen, sonst wäre das gar nicht so leicht. Sie haben Obst mitgebracht. Das haben die Leute uns heute schon alles gegeben, wir dachten das reicht auch für mehr. Dann schnibbelten sie einen bunten Obstsalat.

Hier brachte und machte jeder das was er konnte. Es kamen viele direkt aus der Nachbarschaft und gesellten sich dazu. Wir stellten Tische auf und saßen zusammen und verbrachten eine gute Zeit. Durch diese einfache wurde es zu einem Ort der Begegnungen. Jeder ist im Sonnenschein Cafe herzlich wilkommen.

Es gab dort schon so viele tolle Momente. Für viele ist der Ort eine Auszeit, auch von den ganz harten Seiten der Straße. Wir standen zu zweit draußen beim Rauchen und er guckte mich ganz tief an und sagte: “ Es tut so gut ein paar Stunden nüchtern zu sein.“ Ich hab gemerkt wie sehr das von Herzen kam.

Auf der Straße gibt es nicht viele Themen über die man redet. Der nächste Euro ist alles was zählt, also wird auch meist darüber gesprochen. Es waren manche schon froh darüber einfach mal über anderes sprechen zu können. Da war ein Mann der hat immer mit seinem Gegenüber die Zeitung studiert und sich über die Artikel unterhalten.

Irgendwann gab es viele Gesellschaftsspiele und Karten. Ich habe oft harte Partien Schach mit Thomas gehabt der inzwischen Hinz&Kunzt verkauft in der Rindermarkthalle wo wir unser Büro haben.

Ende des Jahres haben wir als Sonnenschein Cafe zusammen Weihnachten gefeiert. Es gab ein Gängemenü und natürlich einen Weihnachtsbaum. Im Sonnenschein Cafe feierten wir mit jemanden nach dreißig Jahren das erste Mal wieder seinen Geburtstag.

Aus Fremden wurden Freunde. Wir treffen uns heute noch und für viele sieht es so viel besser aus als davor. Durch das Cafe sind Menschen von der Straße weggekommen, haben heute Arbeit und ein Zuhause.

Seit September ist das Sonnenschein Cafe in der Bar Mathilde in Ottensen. Die Tage werden kürzer und kälter. Jeden Sonntag ist dann dort die Türe für jeden geöffnet.

Adresse & Öffnungszeiten:

Mathilde Bar
Kleine Mainstraße 11
Jeden Sonntag, 13-17 Uhr

Autor: Dominik Bloh

Fotos: © Julia Schwendner

Angefangen hat alles im März letzten Jahres in einer eisigen Kältewoche.
Gülay und ich saßen bei ihr in der Küche tranken Tee. Uns ging es grade gut. Alles was wir brauchten war ein warmer Raum und ein heißes Getränk. Wir wollten etwas tun.

Sie hängte sich rein und besorgte in kürzester Zeit einem Raum in der Sternschanze.

Ein warmer Raum. Es klingt so simpel aber viele Menschen finden nicht einmal das bei minusgraden im Winter. Dabei spielt es keine Rolle ob tagsüber oder nachts. Manchmal bleibt einem trotzdem nur laufen.

Sonntag ist der schwierigste Tag auf der Straße. Da geht nicht viel. Wenig Geschäfte offen, kaum Läden die Pfand annehmen. Es gibt kaum Orte wo man sich in Ruhe aufhalten kann. Viele Einrichtungen haben nicht geöffnet und die Türen bleiben zu.
Der befreundete clubkinder e.V. und heutiger Teil von GoBanyo hat die Idee gepostet und in den nächsten Tagen gingen hunderte Anfragen ein. So viele Menschen wollten helfen und spenden. Wir haben eine Kaffeemaschine ausgeliehen bekommen. Andere wollten backen und kochen, so dass wir bis heute immer einen reich gedeckten Tisch mit leckersten Essen haben, das mit Liebe gemacht wurde.

Ich erinnere mich auch an die Zwei Jungs die Ihre Platte am Hafen haben. Ihre Zelte waren voll Wasser schimpften sie, alles nass. Hier konnten sie sich umziehen, sonst wäre das gar nicht so leicht. Sie haben Obst mitgebracht. Das haben die Leute uns heute schon alles gegeben, wir dachten das reicht auch für mehr. Dann schnibbelten sie einen bunten Obstsalat.
Hier brachte und machte jeder das was er konnte. Es kamen viele direkt aus der Nachbarschaft und gesellten sich dazu. Wir stellten Tische auf und saßen zusammen und verbrachten eine gute Zeit. Durch diese einfache wurde es zu einem Ort der Begegnungen. Jeder ist im Sonnenschein Cafe herzlich wilkommen.

Es gab dort schon so viele tolle Momente. Für viele ist der Ort eine Auszeit, auch von den ganz harten Seiten der Straße. Wir standen zu zweit draußen beim Rauchen und er guckte mich ganz tief an und sagte: “ Es tut so gut ein paar Stunden nüchtern zu sein.“ Ich hab gemerkt wie sehr das von Herzen kam.

Aauf der Straße gibt es nicht viele Themen über die man redet. Der nächste Euro ist alles was zählt, also wird auch meist darüber gesprochen. Es waren manche schon froh darüber einfach mal über anderes sprechen zu können. Da war ein Mann der hat immer mit seinem Gegenüber die Zeitung studiert und sich über die Artikel unterhalten. Irgendwann gab es viele Gesellschaftsspiele und Karten. Ich habe oft harte Partien Schach mit Thomas gehabt der inzwischen Hinz&Kunzt verkauft in der Rindermarkthalle wo wir unser Büro haben.
Ende des Jahres haben wir als Sonnenschein Cafe zusammen Weihnachten gefeiert. Es gab ein Gängemenü und natürlich einen Weihnachtsbaum. Im Sonnenschein Cafe feierten wir mit jemanden nach dreißig Jahren das erste Mal wieder seinen Geburtstag.

Aus Fremden wurden Freunde. Wir treffen uns heute noch und für viele sieht es so viel besser aus als davor. Durch das Cafe sind Menschen von der Straße weggekommen, haben heute Arbeit und ein Zuhause.

Seit September ist das Sonnenschein Cafe in der Bar Mathilde in Ottensen. Die Tage werden kürzer und kälter. Jeden Sonntag ist dann dort die Türe für jeden geöffnet.

Adresse & Öffnungszeiten:

Mathilde Bar
Kleine Mainstraße 11
Jeden Sonntag, 13-17 Uhr

Autor: Dominik Bloh

Fotos: ©Julia Schwendner